Hamed Farhadian
Hamed Farhadian beschäftigt sich seit Ende der 1990er-Jahre mit Websites und Online-Marketing und ist seit 2006 als Internetunternehmer tätig. Heute unterstützt er Unternehmen dabei, über Google, AI Overviews, ChatGPT und andere KI-Systeme sichtbar zu werden und daraus messbar neue Kunden zu gewinnen.
Mit seinem Team hat er bereits über 300 Unternehmen bei SEO und digitaler Kundengewinnung unterstützt. Sein Schwerpunkt liegt dabei nicht nur auf Strategien und Empfehlungen, sondern vor allem auf deren konkreter Umsetzung – von technischer und inhaltlicher SEO bis zur Optimierung für AI Search und Generative Engine Optimization (GEO).
In diesem SEO-Ratgeber teilt Hamed Strategien, Analysen und Erfahrungen aus seiner täglichen Arbeit mit Kunden und eigenen Projekten.
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Onpage-Optimierung: Warum dein Relaunch keine B2B-Anfragen bringt
Du hast viel Geld und Zeit in einen Website-Relaunch investiert, der Traffic ist gestiegen – aber qualifizierte B2B-Anfragen bleiben aus? Dann hast du ein klassisches Problem der Onpage-Optimierung. Technisch läuft alles, deine Bestandskunden finden dich über den Markennamen, aber neue Kunden bleiben aus. In diesem Beitrag zeige ich dir, woran das liegt und wie du das systematisch änderst.
Typisches Szenario: Schöner Relaunch, aber keine Leads
| Hürde | Symptom | Prüfwerkzeug | Lösung |
|---|---|---|---|
| Beweis fehlt | Besucher zögert | Referenzen, Zahlen, Logos | Beweise direkt neben das Angebot |
| Formular zu lang | Abbruch im Formular | Feldanzahl prüfen | Auf drei Pflichtfelder kürzen |
| Kein klares Angebot | Unentschlossene Besucher | Seitenziel je URL | Ein Angebot pro Seite |
| Falsche Zielgruppe | Unpassende Anfragen | Lead-Qualität prüfen | Zielgruppe im Text benennen |
Stell dir ein mittelständisches Großhandelsunternehmen aus dem Bürobedarf vor. Der Webshop wurde frisch relauncht, das Design ist modern, die Produktnavigation übersichtlich. In der Google Search Console sieht man:
- Mehr Impressionen und Klicks als vorher
- Sehr gute Rankings für Brand-Keywords (Firmenname, Produktserien)
- Nahezu keine Rankings für generische Keywords wie „Bürobedarf Großhandel“, „Kugelschreiber Händler“, „B2B Büroartikel“
Die Folge: Bestandskunden finden den Shop, fragen Service-Themen und Ersatzteile an – aber neue B2B-Kunden kommen so gut wie nie über Google herein. Ursache ist selten die Technik, sondern eine fehlende oder schwache Onpage-Strategie.
Was ist Onpage-Optimierung überhaupt?
Unter Onpage-Optimierung versteht man alle Maßnahmen, die du direkt auf deiner Website durchführst, um bei Google besser gefunden zu werden und Nutzer zu überzeugen. Dazu gehören:
- Struktur (Seitenarchitektur, interne Verlinkung, Navigation)
- Inhalte (Texte, Überschriften, Keywords, Bilder, Videos)
- Technik (Ladezeit, Crawlbarkeit, mobile Darstellung)
Eine ausführliche Einführung findest du in unserem Beitrag
Was ist OnPage Optimierung. Hier konzentrieren wir uns auf das konkrete Problem: viel Brand-Traffic, aber kaum B2B-Leads.

Problem #1: Falsche oder fehlende Keyword-Ausrichtung
Für erfolgreiche Onpage-Optimierung musst du mit den Begriffen arbeiten, die deine Wunschkunden tatsächlich in Google eingeben. Viele B2B-Websites sind aber nur auf die eigene Marke und Produktnamen ausgerichtet – nicht auf generische Suchbegriffe.
Beispiel Bürobedarf-Großhändler: Auf der Kategorieseite steht nur „Büroartikel“ und interne Produktcodes. Was der Kunde sucht, ist aber eher:
- „Bürobedarf Großhandel“
- „Lieferant für Büromaterial“
- „Kugelschreiber Händler B2B“
- „Bürobedarf für Wiederverkäufer“
Wenn diese Begriffe auf deinen wichtigen Seiten nicht vorkommen, kann Google dich dafür auch nicht sichtbar machen.
Onpage-Optimierung und Keyword-Recherche: 3 konkrete Tipps
Tipp #1: Systematische Keyword-Recherche machen
Nutze Tools wie den
Google Keyword Planner,
Ahrefs oder
Ubersuggest, um relevante generische Begriffe zu finden. Konzentriere dich auf:
- Gattungsbegriffe („Bürobedarf“, „Kugelschreiber“)
- + B2B-Signale („Großhandel“, „Lieferant“, „Händler“, „für Wiederverkäufer“)
- + Problembeschreibungen („Büromaterial für Unternehmen“, „B2B Bürobedarf online bestellen“)
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung bekommst du in unserer
Keyword-Recherche Anleitung.
Tipp #2: Suchintention verstehen
Gib deine Ziel-Keywords in Google ein und analysiere die Top-Ergebnisse: Sind es Kategorien, Ratgeber, Vergleichsseiten? Daraus erkennst du, welche Art von Seite Google erwartet. Richte deine Inhalte in Struktur und Tiefe an dieser Suchintention aus.
Tipp #3: B2B-Signale klar einbauen
Ergänze auf deinen wichtigsten Seiten klare Begriffe wie „Großhandel“, „Lieferant“, „B2B“, „für Wiederverkäufer“, „Geschäftskunden“. Sowohl in Überschriften als auch im Fließtext. So versteht Google (und der Nutzer), dass es sich um ein Angebot für Geschäftskunden handelt.
Problem #2: Produktkategorien statt Landingpages
Ein häufiges Muster bei gescheiterten Relaunches: Die Website besteht fast nur aus Produktkategorien und Produktdetailseiten. Es fehlen saubere, suchmaschinenoptimierte Landingpages für die wichtigsten Themen.
In unserem Bürobedarf-Beispiel wäre das so, als hättest du nur eine Kategorie „Schreibwaren“, aber keine gezielte Seite für „Kugelschreiber Großhandel“ oder „Notizblöcke für Firmenkunden“. Für Google ist dann nicht klar, welche Seite für welches Keyword ranken soll.
Onpage-Optimierung durch bessere Struktur: 3 konkrete Tipps
Tipp #1: Themen-Landingpages pro Keyword-Gruppe anlegen
Erstelle für jede relevante Keyword-Gruppe eine eigene Seite, z. B.:
- „Bürobedarf Großhandel“
- „Kugelschreiber Großhandel“
- „Ordner und Ablage für Unternehmen“
Diese Seiten sollten mehr sein als nur eine Produktliste. Ergänze sie um erklärende Texte, Nutzenargumente, Trust-Elemente und einen klaren Call-to-Action.
Tipp #2: Klare, sprechende URLs verwenden
Nutze URLs wie /buerobedarf-grosshandel/ statt kryptische IDs. So kann Google die Relevanz besser erkennen und Nutzer verstehen sofort, worum es geht.
Tipp #3: Navigation und interne Links optimieren
Verlinke deine wichtigsten Themen-Landingpages prominent in der Hauptnavigation oder in einem eigenen „Für Geschäftskunden“-Bereich. Baue außerdem im Content interne Links mit sinnvollen Ankertexten ein, zum Beispiel:
- „Mehr Details findest du in unserer Seite zum Bürobedarf Großhandel.“
Wie du die gesamte Struktur sauber für Suchmaschinen aufbereitest, erklärt unser Beitrag zur
Sitemap.
Problem #3: Inhalte ohne Tiefe und ohne Conversion-Fokus
Viele B2B-Seiten haben zwar Texte, aber sie sind austauschbar, zu kurz und sprechen weder die Fragen des Nutzers an noch führen sie ihn zur Anfrage. Drei typische Fehler:
- Gleicher Standardtext auf vielen Kategorien („Wir bieten ein breites Sortiment an…“)
- Keine Antworten auf konkrete Fragen (Mindestbestellmenge, Lieferzeiten, Konditionen)
- Schwache oder fehlende Handlungsaufforderungen
Onpage-Optimierung durch besseren Content: 3 konkrete Tipps
Tipp #1: Probleme und Fragen deiner Zielgruppe beantworten
Sammle häufige Fragen deiner Kunden (Vertrieb, Support, E-Mails) und baue die Antworten in deine Landingpages ein. Zum Beispiel:
- „Welche Mindestbestellmenge gibt es?“
- „Wie schnell ist die Lieferung?“
- „Gibt es Staffelpreise für Wiederverkäufer?“
Je mehr Relevanz und Tiefe du bietest, desto höher die Chance auf gute Rankings und Conversions.
Tipp #2: Strukturierte Inhalte mit H2/H3, Listen und Medien
Nutze Zwischenüberschriften, Bulletpoints und, wenn möglich, Bilder oder kurze Videos, um deine Inhalte leicht konsumierbar zu machen. Das erhöht die Verweildauer und verbessert die Nutzererfahrung – ein wichtiger Faktor für Onpage-SEO.
Tipp #3: Klare, prominente Call-to-Actions einbauen
Jede wichtige Seite sollte einen klaren nächsten Schritt anbieten:
- „Angebot anfordern“
- „Individuelle Konditionen für Wiederverkäufer anfragen“
- „Beratungstermin vereinbaren“
Platziere diese CTAs oberhalb der Sichtlinie und am Ende des Textes. Nur Sichtbarkeit ohne Conversion-Elemente bringt keinen Umsatz.

Technische Onpage-Optimierung: Grundlage, aber selten das Hauptproblem
Im Transkript-Beispiel war die Technik nach dem Relaunch deutlich besser: mehr Klicks, bessere Crawlability, stabile Indexierung. Trotzdem kamen keine Neukunden. Das ist typisch: Technik ist wichtig, aber sie löst keine strategischen Content-Probleme.
Trotzdem solltest du ein paar Grundlagen prüfen:
- Ladezeiten (z. B. mit PageSpeed Insights)
- Mobile Darstellung und Bedienbarkeit
- Crawlbarkeit und Indexierung (Google Search Console, Logfile-Analysen)
Einen detaillierten Überblick zur technischen Seite findest du in unserem Leitfaden zu
Crawling.
Technische Onpage-Optimierung: 3 konkrete Tipps
Tipp #1: Bilder und Medien komprimieren
Gerade Shops laden oft extrem große Produktbilder. Komprimiere diese (z. B. mit
TinyPNG) und nutze moderne Formate wie WebP, um die Ladezeiten zu reduzieren.
Tipp #2: Regelmäßig Crawl-Fehler prüfen
Nutze die Google Search Console, um 404-Fehler, Weiterleitungsschleifen oder Probleme mit der Indexierung früh zu erkennen und zu beheben.
Tipp #3: Saubere Meta-Titel und Meta-Beschreibungen setzen
Jede wichtige Seite braucht einen eindeutigen Titel und eine überzeugende Meta-Beschreibung. Wenn Google deine Meta-Description nicht übernimmt, hilft dir dieser Beitrag weiter:
Meta-Beschreibung bei Google nicht aktuell.
Onpage-Optimierung ist kein Sprint, sondern ein Marathon
Das Muster ist überall ähnlich: Relaunch, kurzfristiger Traffic-Anstieg durch Bestandskunden, erste Erfolgsmeldungen – und dann die Ernüchterung, weil die qualifizierten B2B-Anfragen ausbleiben. Wenn du das ändern willst, brauchst du einen strategischen, langfristigen Ansatz.
Die wichtigsten Hebel noch einmal zusammengefasst:
- Saubere Keyword-Recherche und klare Ausrichtung auf generische B2B-Suchbegriffe
- Themen-Landingpages statt reiner Produktkategorien
- Tiefer, hilfreicher Content, der Probleme löst und zur Anfrage führt
- Technische Basis in Ordnung halten, aber nicht als Ausrede nutzen
Wenn du das strukturiert angehen möchtest, schau dir auch unsere Tipps zur
SEO-Strategie an oder informiere dich über unsere
SEO-Pakete, mit denen du genau solche Probleme gezielt angehst.
FAQ zur Onpage-Optimierung
1. Was gehört alles zur Onpage-Optimierung?
Zur Onpage-Optimierung gehören alle Maßnahmen, die du direkt auf deiner Website umsetzt: Struktur, Inhalte und Technik. Dazu zählen z. B. die Optimierung von Überschriften, Texten, Bildern, internen Links, Meta-Daten, Ladezeiten und der mobilen Darstellung. Ziel ist, dass Suchmaschinen deine Seiten besser verstehen und Nutzer leichter finden, was sie suchen.
2. Wie lange dauert es, bis Onpage-Optimierung Ergebnisse zeigt?
Die ersten Effekte kannst du oft nach einigen Wochen in der Google Search Console sehen, etwa durch steigende Impressionen und bessere Positionen. Bis sich das in stabilen Rankings und spürbar mehr Anfragen niederschlägt, vergehen meist 3–6 Monate. Onpage-Optimierung ist ein kontinuierlicher Prozess, kein einmaliges Projekt.
3. Reicht Onpage-Optimierung allein aus, um gut zu ranken?
Onpage-Optimierung ist die Basis, ohne die gar nichts geht. Für wirklich starke Rankings, vor allem in umkämpften Märkten, brauchst du zusätzlich hochwertige
Backlinks und eine durchdachte Content- und SEO-Strategie. Aber ohne saubere Onpage-Arbeit verpuffen viele Offpage-Maßnahmen.
4. Wie finde ich die richtigen Keywords für meine Onpage-Optimierung?
Starte mit einer systematischen Keyword-Recherche: Analysiere, welche Begriffe deine Zielgruppe nutzt, welche Probleme sie beschreibt und welche B2B-Signale (z. B. „Großhandel“, „Lieferant“) vorkommen. Nutze dazu professionelle Tools und ergänze sie durch Gespräche mit Vertrieb und Kundenservice. Eine detaillierte Anleitung findest du in unserer
Keyword-Recherche Anleitung.
5. Was sind typische Fehler bei der Onpage-Optimierung im B2B-Bereich?
Häufige Fehler sind: Fokus nur auf Brand-Keywords, fehlende oder schwache Landingpages für generische Suchbegriffe, dünne oder austauschbare Inhalte, keine klaren Call-to-Actions und eine Navigation, die für Google und Nutzer nicht eindeutig ist. Ein weiterer Fehler ist, zu glauben, dass ein Relaunch oder ein neues Design allein schon für mehr Anfragen sorgt – ohne strategische Onpage-Optimierung wird das nicht passieren.





